Hamlet

Info über Shakespeare

Billy ist ein total antikes englisches Möbel aus Stanford, das heute immer noch ungeheuer angesagt ist. Wenn Konsalik und Karl May das auch hinschaukeln würden, würde sich der Billy allerdings garantiert in seiner Grube in den Hintern beißen vor Frust. Dafür hatte es Billy aber absolut schrill erwischt. Sein Alter machte mit Wolle rum und hatte deshalb nicht nur dicke Socken sondern auch dicke Knete an den Füßen. Der Brut ging also weder Märklin noch Playmobil ab, was Billy allerdings ätzend fand. Er stand voll auf den Brettern und ließ sich keine Performance durch die Lappen gehen.

Er hatte aber auch echt Schwein, daß in Stanford einigermaßen was abging - theatermäßig gesehen. Ständig wurden Premierefeten losgelassen, und Billy drückte sich bei den Starlets in der Garderobe rum, um'n Autogramm einzusacken und einen Blick unter die Underwear zu schmeißen. So sahnemäßig präpariert machte er dann den Abflug nach London, zog sich jede Menge Storys aus dem Hirn und stiefelte auch noch selber auf der Bühne rum. Ob er da allerdings mehr als den siebten Zwerg von Schneewittchen zu bieten hatte, geht auch den gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen als Info ab. Jedenfalls konnte er mit seinen Manus in der Scene total dick landen und sogar absolut gut Moos machen.

Nachdem er dann locker ein paar Jährchen auf der Piste zwischen Soho und Trafalgar-Square runtergerissen hatte, machte er karrieremäßig gesehen 'ne ziemliche Rakete und krallte sich den Job als zweiter Boß in so 'nem Londoner Kulturtempel. Logo, daß der als Promi da schon bei der Gesichtskontrolle durchging, zu sämtlichen Parties geschleift wurde und ständig in der Klatschspalte stand.

Nebenher machte er aber immer noch auf galaktisches Tasten-Tier, haute akkordartig Manus raus und jagte damit die Fans auf die Tische. Die Peoples hatten die Schnauze vom Kismet gestrichen voll. Nix mehr von wegen Schicksal als regierender Big Boß, gegen das man Null Chance hat. Das war total out. Jetzt war Personen-Power und Personality angesagt: Jeder macht Regie in seinem eigenen Stück und muß auch die Rübe dafür hinhalten. Das war die New-Age-Message, mit der Billy absahnen und zum schrillen Sprint auf die Ikea-Regale durchstarten konnte, wo er sich heute noch breit macht.

Ein Piss-Streifen hat er aber doch am Sockel, der Billy. Sein Krempel ist nämlich total heavy zu lesen, auch für die Kids of Fantasy. Um sich 'nen kompletten Billy Shakespeare reinzuziehen, sollte man schon mal total cool 'ne Mark springen lassen, sich 'nen Sessel im Kultur-Bunker kaufen und auf Aufnahme programmieren.

Infos über das Stück

Mit dem Hamlet hat sich Billy ein echt galaktisches Denkmal in Stahlbeton gegossen. Ob der das als genialer Hirni locker im Urin hatte oder verkniffen per Planwirtschaft auf die Schiene setzte, ist heute total heavy zu researchen. Jedenfalls schlug das Ding ein wie 'ne SS20, weil da Sachen abgehen, die auch der letzte Tarzan-Enkel im entlaubten Urwald schnallt. Da läuft absolut nix von wegen edles Speicher-Movement, sondern eher die Vorstadt-Kino-Version.

Die Brühwürfel-Fassung geht ungefähr so: König von Dänemark wird von seinem Bruder Claudius via vergiftetem Oropax ins Jenseits befördert. Praktischerweise krallt sich Claudi gleich auch noch Schwägerin Gerti, die offensichtlich keine Hose anbrennen läßt, und läßt mit der ungeheuer die Sau raus. Null People hätte diese Kriminalschote gespannt, wenn der ausgeknipste King nicht auf Geisterbahnfahren gestanden hätte, während die Worte zur Nacht liefen durch die Villa gepest wäre und Sohnemann Hammy geflüstert hätte, was da für 'ne miese Kiste gelaufen war.

Und jetzt kommt's totale Killer-Domino. Kaum hat man das Who is Who gecheckt, verabschieden sich diese Fredis schon wieder, bzw. werden per Dolch, E605 oder Pool von der Platte geputzt. Ein Italo-Western ist das absolute Wintermärchen dagegen und die Mafia ein Kaffeekränzchen für Kalkleisten. Denn, obwohl Hammy ja eigentlich nur dem Claudi für die granatenmäßige Sauerei mit seinem Alten den Stecker rausziehen wollte, bleiben jede Menge Fuzzys auf der Strecke, eisern nach dem Motte "Leichen pflastern seinen Weg".

Das Schärfste ist, das nachher Claudi so ungefähr der Einzige ist, der noch im Finish mitfährt. Aber, wenn man gerade einen Kasten Bier dagegen verwetten will, schnappt sich Hammy den doch noch und macht ihn zum Sieb bevor er selber abdankt. Am Schluß sind also alle Matsche, Hammy inbegriffen. Letzterer kriegt von Billy aber noch 'ne knappe Minute Sprechzeit, damit er den geilsten Sponti-Spruch von der ganzen Story nuscheln kann: "Der Rest ist Schweigen", was korrekt ist, denn damit ist das Stück alle, die Leichen können weggeräumt werden und die Schauspieler Feierabend machen und ein Bier trinken gehen.

Der Billy hat mit diesem Streifen natürlich die totale Message-Show runtergenudelt. Harter Info-Kern an die Freaks: seinen eigenen Bruder über die Gilette-Supersanft jumpen zu lassen und solche Hämmer, können nur mit 'nem glatten Over-Kill Marke Schlachthof ins Finale gehen. Da soll man also entweder den perfekten Mord aufs Parkett legen, oder lieber die Finger von lassen. Wobei sich allerdings jede Menge Musen-Muftis - Johnny Goethe inbegriffen - schon über Hammy die grauen Zellen franzig gestreßt haben. Und abartige Kopf-Kloppereien darüber, aus welcher Tüte Billy seinen Hammy geangelt hat, standen auch schon auf dem Programm.

Isser nun Schlaffi, der Hammy, der mal 'nen ordentlichen Tritt in den Hintern braucht? Ein verklemmter Hirn-Wichser? Ein absoluter Macho, Marke Rambo? Oder nur ein Fall für den Psycho-Guru? Wie dem auch sei: Einmal reinpfeifen sollte man sich den Hammy schon, damit man 'nen Schimmer davon hat, was Billy so alles in seinem Bauchladen hatte.

Die Fuzzys

Claudius - vor etwa schlappen 1000 Jährchen der King von Dänemark, also ungefähr im 10. Jahrhundert. Er ist Hammys abartiger Onkel und ein ungeheuerlicher Fiesling. Claudi hat nämlich seinen Bruder - Hammys Alten - der vorher seinen Hintern in den Thron gedrückt hatte, kalt gemacht. Außerdem hat dieser ätzende Polit-Wichser auch noch Hammys Witwen-Mami - allerdings 'ne reichlich heiße Torte - gelegt und abgeschleppt.

Gertrude - eben selbiges schwarze Sahnetörtchen, der Claudi auch noch 'nen Goldklunker auf den Ringfinger gezwängt hat. Bescheuerte Tussi mit 'ner absoluten Null-Einheit für Moral im Speicher.

Hamlet - der Sproß vom alten King und Neffe von Claudius. Hammy braucht immer reichlich lange, ehe er ein Chose voll gecheckt hat und lospowert. Wobei man nicht kapiert, ob er nur so bescheuert oder ein lahmarschiger Schlaffe ist. Sonst ist er aber wohl ein ganz guter Typ, der anscheinend die Symphies einstreichen soll.

Bernardo und Marcellus - zwei Offiziere, die sich in den Hintern beißen könnten, daß es noch keine AZO gibt, weil sie nämlich ständig Nachtdienst schieben müssen und dafür keine müde Mark extra aufs Giro-Konto kriegen.

Francisco - ein Soldat, der nur 'ne ziemliche Mini-Nummer spielt, aber dick auf scharfe Videos steht.

Horatio - ein guter Kumpel von Hammy, der kräftig mit auf Stimmenfang geht. Hat 'ne echt heavy Rolle aufs Auge gedrückt gekriegt, weil er so ungefähr der Einzige ist, der nachher noch lebendig rumdüst.

Rosenkranz und Güldenstern - so Peoples in der Villa von Claudi, die sich wohl schon mit Hammy auf dem Abenteuerspielplatz gekloppt haben. Ziemlich trübe Gestalten, die sich vom King auf Hammy ansetzen lassen, um ihn auf Top-Secret-Infos abzuklopfen und echt totale Arschkriecher.

Polonius - ein Obermacker aus Claudis Grossraumbüro. Schleimer und Charakterschwein Marke Lürmann. Auch einer aus der Schublade "Befehlsempfänger" mit Null eigenem Werte-Output.

Ophelia - dessen weiblicher Ableger. Die Braut hat wohl irgend 'ne Beziehung mit Hammy am Laufen, die man aber nicht so ganz schnallt. Ophi ist nicht gerade ein Durchstarter und den Freischwimmer hat sie auch nicht gemacht.

Laertes - der männliche Ableger von Polonius der offensichtlich ein Abklatsch von seinem Alten ist und auch nicht gerade abartig viel mit eigener Hirnung am Hut hat. Geht mit Hammy in Clinch.

Ausserdem - der Geist von Hammys Altem, der dann und wann im blütenweissen Nachthemd über die Bühne heizt und ein Leichenbuddler, der die Kuhlen für die Hopsgegangenen ausbaggert und 'nen ziemlich geilen Skat zockt.

Erster Akt

Zu Helsingör, des Dänenkönigs Schlosse, die Mannen wachen treu und ohne Schlaf, kaum können Video-Clips die schweren Augen halten.

Francisco: Bei diesen Soft-Pornos sind die Wasserbetten echt abgefahrener als die Weiber.

Bernardo: Jetzt 'ne pompöse Schnarch-Orgie wär' 'ne affengeile Kiste!

Horatio: Gähn!

Bernardo: Du solltest dir aber auch mal 'ne neue Bohrung in deinem Eßzimmer zulegen lassen. Das ist ja das reinste Schlachtfeld da drin.

Doch Pflicht ist's nicht allein, auch kein TV, was offen hält die Augen, die sonst sind schlafbeschwert. Ein Geist vielmehr macht mitternachts die Runde, der sonst sein' festen Wohnsitz wohl im Sarge hat.

Francisco: Hoffentlich kommt dieser bleiche Freak wenigstens bald, damit wir researchen können, was Sache mit dem ist.

Horatio: Null Bock auf Zahnklempner und Null Bock auf Leichen!

Das Wesen dieses Boten aus dem Jenseits vermögen nicht zu klären uns're Herrn. Jedoch Gestalt und Gesten des etherisch' Mann erinnern sie an des Prinzen Hamlet edlen Vater. Kein andrer ging so krumm wie er, tat dringend Body-Building brauchen. Der König starb an rätselhafter Krankheit und gar zu unerwartet in seinen besten Jahren.

Francisco: Du, das fand ich echt ätzend, daß sich der Bruder vom toten King dann gleich die Witwe gekrallt und vor den heiligen Mann geschleppt hat.

Bernardo: "Die Braut trug schwarz", total sahnemässiger Streifen. Den könnten wir uns echt auch mal wieder kommen lassen.

Francisco: Diese Schnalle hat sich doch tatsächlich auch gleich von dem Clausi aufs Kanapee drücken lassen. Da war garantiert mehr geboten als in deinem Wasserbett-Movie aus dem Video-Laden im Sonderangebot.

Da kommt der Geist des Königs hergeschritten in einem weissen Hemde, april-frisch und Lenor-gespület.

Horatio: Ich glaub, mein Hamster bohnert!

Bernardo: Wie aus'm Ei gepellt, der Alte!

Horatio: Der hatte immer schon 'ne Ader für 'ne scharfe Performance.

So sehr die Wachgefährten sich auch mühen nun, dem Schreckbild zu entlocken Stimm' und Wort, Erfolg ist ihnen dabei nicht beschieden. Selbst über Kohl-Witz' oder Sprüch' von Otto der leiblos Mann nicht lachen kann.

Horatio: Hey, Mann, was schlurfste denn hier durch die Villa. Leidest wohl an seniler Bettflucht, was?!

Marcellus: Mensch, Alter, kannste nicht mal 'ne Lallung loslassen. Oder haste deine Zähne nicht drin?

Bernardo: Schon beleidigt, der Typ. Verpisst sich, ohne die Visitenkarte abzugeben.

Horatio: Echt ätzende Show!

Bernardo: Irgendwie läuft hier 'ne krumme Kiste.

Und da es ihnen deucht, daß ihrem Staat besondre Gährung dreut, beschliessen sie, dem Prinzen Hamlet, dem Sohn des toten Königs, am nächsten Tag von dieser nächtlich' Geisterschau die Kunde bald zu geben.

Horatio: Ey, Hammy, hättste keinen Bock auf 'ne Runde Geisterbahn. Ich hätt' da ein echt schocking Nachtprogramm für dich.

Am nächsten Tag der Prinz, der immer noch voll Trauer um seines Vaters frühen Tod, sich kurz vor Mitternacht bei den Gefährten findet, um dort zu treffen das Gespenst. Im Kleide birgt er, warm wohl an der Brust, drei Video-Kassetten.

Hamlet: Bon Soir, Herr Kommissar!

Marcellus: Ich halt's nicht aus. hier gehts schon wieder zu wie auf'm Vereinsabend der Grufti-Bewegung!

Hamlet: Und seid ihr sicher, dass Old-Ghosty heut nacht hier seine Runden schnüren wird?

Horatio: Da kommt er doch im Sauseschritt angedüst, scheint total gut drauf zu sein, der Junge.

Marcellus: Richtig smily heute, der King. Du Hammy, der will was von dir. So wie der mit den Armen rudert, will der entweder trampen oder dich ins Nirwvana abschleppen.

Da will der Prinz dem nächtlich Geiste folgen.

Horatio: Bist du bescheuert, Hammy! Bleib bloß hier, wir sind doch nicht bei den Ghostbusters!

Marcellus: Ich schnall's echt nicht. Jetzt latscht der doch tatsächlich dem toten Freak hinterher. Der hat doch total ein Blatt raus!

Horatio: Etwas ist faul im Staate Dänemark!

Marcellus: Logo, wenn in diesem Land auch schon morgens um 7 die Sonne aufgeht.

Horatio: Der Junge düst los wie ne überhitzte Fritteuse! Das ist doch glatt ein Fall für die Berufsgenossenschaft.

Derweil die Freunde noch um Rat sich mühn', wie sie den Prinzen retten vor dem Geist, ist das duftend' Hemd mit Hamlet längst entschwunden, und man tut voller Spannung nun die drei Kassetten prüfen.

Marcellus: Schulmädchen-Report, Teil 284. Ist ja echt 'ne total schwarze Serie, Mann!

An abgeleg'nem Ort derweil gibt sich der weisse Mann dem Hamlet zu erkennen.

Geist: Ich bin die Null-Fassung von deinem Alten.

Hamlet: Whow! Ist ja tierisch, was man heutzutage so alles managen kann.

Geist: Quatsch nicht so dämlich rum, sonst geht's Licht an, und ich muss mich wieder bis morgen Nacht verdünnisieren.

Hamlet: Okay, ich bin ganz Ohr.

Da tut der Geist dem Sohne kund, daß Meuchelmord ihn tat entleiben, und dieser gar von des eigen' Bruders sorgsam manikürter Hand.

Geist: Da ist echt 'ne üble Story gelaufen. Daß ich im gestreckten Galopp übern Jordan gegangen bin, hat mein Bruderherz, der alte Wichser auf's Blech gebogen. Ich war gerade am Poofen in der Hollywood-Schaukel, da kommt dieser Kriminalo angefetzt und kippt mir E605 in die Lauscher.

Hamlet: Scheiss E-Nummern!

Geist: Kein schlechter Stoff. Total heavy die Wirkung! Das ging ab wie die Post, und ich im Handgepäck.

Doch Hamlet will es kaum begreifen, zu schändlich wär' des Onkels Tat, der sonst ihn mit Suchard verführte.

Hamlet: Ich hab doch den absoluten Null-Schnaller, Daddy. Was hat der Onkel Claudi mit E-Nummern am Hut. Der jobbt doch nicht bei Bayer.

Geist: Na, der Claudi war doch schon seit ewig und drei Tagen tierisch scharf auf meinen Job im Regierungssessel. Der hat mich halt weggepustet, alle gemacht, kapierste?!

Hamlet: Diese alte Karriere-Sau! Der hätte sich doch auch den Vorsitz von 'nem Aufsichtsrat kaufen koennen. Das bringt doch ganz schön Macht und Mäuse!

Geist: Aber das dickste Ei war echt, das der nach der Beerdigung auch noch Muttern aufs Laken gezerrt hat. Und ich häng' unterm Kronleuchter und kann dabei auch noch den Spanner spielen.

Hamlet: Das steht im Knigge anders!

Geist: Drück diesen Eiterpickel aus, okay, Sohnemann?!

Hamlet: Da kannste Gift drauf nehmen, Daddy!

Zweiter Akt

Was Hamlet längst im Busen tief erahnte, ward so ihm nun zur nagenden Gewissheit und schlägt sich ihm auf Geist und aufs Gemüt. Nicht freut ihn mehr der Vögel munt'res Singen, nicht eines flotten Schlitten glitzernd Chrom, nicht eines holden Maidleins Blick, der sonst die ärgste Seelenquale vermag zu lindern.

Claudius: Gerti, hast du 'nen Schimmer, warum Hammy sein Playboy-Abo gekündigt hat? Jetzt hab ich ja nix mehr zu lesen, so ein Fuck!

Gertrude: Null Ahnung. In sein Brathähnchen beisst er auch nur noch kurz mit einem Eckzahn und knallt den Rest hinter sich an die Rauhfaser.

Claudius: Na, bei deinen Hähnchen ist das auch kein Wunder.

Der Hamlet redet irr, als ob nicht bei Verstand er wär.

Hamlet: Diese Scheiß-Wetterfühligkeit gibt mir echt den Rest. Bei Tiefdrucklagen lauf ich eh immer Amok.

Der ahnungslose Onkel und König schickt drauf nach Freunden Hamlets aus den Jugenjahren, daß sie die Ursach' seines Schmerzes ihm entdecken tun. Mit einem heimlich' Tonband soll'n sie das Tränentier behorchen.

Claudius: Tachchen Rosenkranz und Güldenstern, ihr zwei Schnarchsäcke. Echt dufte, daß ihr mal wieder die Rübe reinsteckt. Hammy drückt sich laufend Depressi-Einheiten rein, und wir blicken absolut Null warum.

Gertrude: Wenn ihr das researcht, tun wir auch dicke Knete dafür raus. Ihr könnt das doppelte Honorar von 'nem Psycho-Guru nehmen.

Claudius: Das reicht dann garantiert für'n Trip mit dem Traumschiff.

Gertrude: Hammy ist Privatpatient. Ist doch logo, oder?!

Rosenkranz: Gebongt, schöne Frau.

Güldenstern: Für 'ne ordentliche Fuhre Kies tun wir alles und ein paar Gramm mehr.

So eilen Rosenkranz und Güldenstern, sich in des Prinzen Hamlets Herz zu schleichen. Doch tun sie's plump und ohne Raffinesse, daß er alsbald den Lauf des Hasen kann erkennen und sie nun seinerseits für sich benutzt.

Hamlet: Diese Micky-Mäuse cash ich mir. Die dreh' ich um wie Frottee-Socken.

Denn auf dem Weg zum königlichen Schlosse befinden sich Schauspieler aus der Stadt. 'S ist ihre sommerlich' Tournee, gesponsert vom Kultur-Minister.

Hamlet: Öffnet die Kultur-Tempel, schafft mehr Gebrauchskunst!

Gar listig denkt Prinz Hamlet, sie zu bitten, ein Stück zu spielen vor dem ganzen Hofe, das schnell er in die Tasten schrieb und das dem König wohlbekannt: es ist der schnöde Mord an seinem Vater.

Hamlet: Wenn sich Onkelchen dann in der Loge tierisch ins Hemd macht und ihm die Story dermaßen auf den Sack geht, daß ihm die Erdnußflips aus den Wichsgriffeln rasseln, dann hat mich Ghosty wohl doch nicht angeschmiert. Testing, Testing!

Dritter Akt

Der König, von dem Plan nichts ahnend, bespricht indes sich grad mit seinem treuen Ratgeb' Polonius. Der folget einer andren Spur, die ungewohnte Art des Hamlet zu erklären. Deucht diesem doch, daß Hamlets neue Schwermut entspringt allein dem liebeskranken Herze, was drängt sich zu Ophelia, der holden, Tochter des Polonius, gar keusch und rein.

Polonius: Ich verwette den Pispott meiner Oma, daß Hammy scharf wie Nachbars Lumpi auf Ophi ist.

Claudius: Das wär aber das erste Mal, daß der Junge auf 'ne Benetton-Braut abfährt. Sonst steht der immer eher auf Bertolucci.

Und so beschliessen König und Ophelias Vater, ein zufällig' Treffen in die Weg' zu leiten, derweil sie selber hinterm Vorhang lauschen, statt eine Wanz' zu installieren. Allein erst kommt der Prinz - sinnierend - die Hand wohl an der Stirne heiß.

Hamlet: Sein oder Nichtsein, das ist hier echt die totale Question. Da biste voll am Rotieren, wenn du das checken willst: Sollste dein Leben lang den absoluten Schlaffi mimen und dir den ganzen Psycho-Umwelt-Schrott reinziehen? Oder sollst du etwa den Löffel in die nächste Mülltonne schmeissen und dich freundlich verabschieden? Fuck the live! Ab ins Nirwana! Aber da haste dann prompt die Hosen gestrichen voll, weil du null Ahnung hast, wo du den Landeanflug machst, wenn du dir den letzten Schuss gesetzt hast. Ist mal wieder überhaupt nichts klar auf der Andrea Doria!

In diesem Zustand trifft ihn Ophelia in Benetton, was ihre Liebste ist, gekleidet, und bietet ihm höchst artig ihren Gruss.

Ophelia: Na, alles paletti, Hammy?

Hamlet: Geht so.

Ophelia: Ich hätt' heut' 'nen Wahnsinns-Bock drauf, mit dir in 'ne Disco zu heizen und da 'ne Ober-Ohrspühlung reinzupfeifen.

Hamlet: Macht mich nicht die Bohne an.

Ophelia: Ich krieg auch Pappis Daimler. Der hat zur Zeit offensichtlich die Spendier-Jeans an.

Hamlet: Null Trieb!

Ophelia: Warum biste denn so abgeschlafft. Hat dir jemand deine Briefmarkensammlung geklaut oder hamm'se dir die Gummibärchen weggefressen?

Hamlet: Zisch ab, Taube, zwischen uns läuft nix mehr. Total tote Hose, kapierste?! (geht ab)

Ophelia: Der Junge tickt ja wohl nicht ganz sauber. So 'ne trübe Tasse einen Abend in der Disco und der Schuppen macht Pleite! Ist ja echt abartig, diese Null-Bock-Generation!

Im Schloss nun hebt das Schauspiel an, von dem bereits die Rede war und das den schändlich' Mord des neuen Königs zeigt. "Arsen im spitzen Öhrchen", tat man dies Spiel nennen.

Claudius: Ich hab' das saublöde Gefühl, das kenn ich von irgendwo.

Doch nicht zu Ende kann's der König sehen. Der Erdnußflip zerbricht in seinen Händen, das Champus-Glas fällt nieder auf den Boden. Erkennt er doch sein' Untat auf der Bühne und flüchtet flugs in Richtung Herren-Klo.

Claudius: Scheiß-Spiel! (geht ab)

Kurz drauf die Königin - im Busen dunkle Ahnung - fragt Hamlet um ein ernst' Gespräch. Dieweil Polonius hinterm Vorhang lauscht, wie's offensichtlich Brauch bei edlen Menschen dieser Art.

Gertrude: Hammy, was sollte denn diese beknackte Show?! Der King ist echt irre sauer, zumal auf'm Klo mal wieder Null Papier zu rollen war.

Hamlet: Ich glaub', ich raste aus. Jetzt auch noch Zoff runterreissen! Ich an deiner Stelle würde in affenartiger Geschwindigkeit abtauchen und nicht auch noch in der Gegend rumnoehlen. Und Umweltklopapier könntet ihr euch übrigens auch endlich mal zulegen!

Gertrude: Mach mal nen Stopper, Hammy! Für's Shopping bin ich echt nicht zuständig.

Hamlet: Ich will dir mal was verklaren, Puppe. Du bist 'ne absolut miese Tussy: Dich vom Bruder deines ausgeknipsten Alten legen lassen, die ganze Chose auch noch total heiß finden und dann nicht mal Umweltklopapier auf'm Scheisshaus! Das ist ja wohl das Hinterletzte!

Gertrude: Ein Horror-Freak reicht mir völlig, kann man denn nicht mal in Ruhe seine Wechseljahre runterreissen?! Bleib mir bloß vom Body, Hammy, oder ich mach 'ne Sirene! (sie schreit)

Polonius sich hinterm Vorhang verbergend, ist gar erschreckt und will herfür nun treten. Doch in der Schnur der Jalousie er sich verheddern tut und grimmiglich nun brüllet.

Polonius: Wähl mal einer 110! Leute, die Bullen, wo bleiben denn die Bullen?!

Hamlet: Echt ätzend, daß man nicht mal fünf Minuten in Ruhe mit seiner Mami quatschen kann.

Er tötet darauf Polonius mit einem Stoß des Dolches durch des Vorhangs Streifen-Flies und denkt, es sei der König.

Polonius: Der saß! Getroffen und versenkt! Au Backe!

Doch noch ist nicht verströmt Plonius' Blut der Gruppe 0, noch steht erstarrt im Schreck die Königin und sucht nach einer Pille, da kommt erneut der Geist von Hamlets seel'gem Vater einhergeschwebt wie mit dem Laserstrahle.

Geist: Das war von oben 'ne echt heiße Szene, sag ich euch. Total gutes Timing! Aber ich bin trotzdem stinkesauer, Hammy! Das war ja, wie wenn die Spaghettis auf Treibjagd gehen. Da killen die auch immer Opas statt Fasane.

Er mahnt den säum'gen Sohn zur Rache an dem König.

Vierter Akt

Was Hamlet tat, dem König wird's berichtet wohl übers gülden' Telefon. Was war ist nicht zu ändern. Des Königs Zorn, er steiget hoch, tut ihm die Adern des Krampfes schwellen.

Claudius: Man kann's auch echt übertreiben! Schließlich haben wir jetzt die Randale mit Polonius' Family am Hals. Und die besteht auch noch auf 'ner See-Bestattung. Das geht doch total ins Geld. Da werd ich doch glatt Hammys Sparbuch plündern. Dann wird eben nix aus der neuen Honda.

Um's eigen' Leben ist er gar besorgt, der mächtigst' Mann im Lande.

Claudius: Der Hammy wird echt lästig, dem sollte ich vielleicht 'ne Bildungsreise spendieren.

Und ängstlich, daß der Prinz könnt' weiterwüten, gibt Order er durch selb'ge güldne Leitung, ein Schiff nun auszurüsten, das Hamlet bringen soll nach England noch am gleichen Tag.

Claudius: Hi Maggy, ich schick' dir ein Schnell-Paket mit Lebend-Inventar, das kannste gleich die Themse abwärts rauschen lassen, wenn's der Postbote abgegeben hat. Echt ätzender Inhalt!

Ohn' Wiederkehr soll Hamlet reisen, so ist der teuflisch' Plan. Ein Brief befiehlt, man soll den Hamlet morden. Doch dieser ahnt es nicht, er ist wohl zu bescheuert, wo alles liegt doch auf der Hand und ist so klar als wie die Sonne.

Hamlet: Her mit den kleinen Engländerinnen! Ach nee, Scheiße, ich hab ja immer noch meine Depressis. Dämliche Dramaturgie!

Claudius: (beiseite) Ex und Hopp. Der Typ macht mich fix und foxi. Zeit, daß er untern Teppich kommt.

Der Prinz fährt ab auf einem Butterdampfer, und es trifft ein Leartes, des Polonius' Sohn und Bruder drum Opheliens. Den Vater wild zu rächen - weil's so nun mal die Ehre will - erstürmt er den Palast mit seinen Mannen.

Laertes: Was habt ihr Saftsäcke mit meinem Alten gemacht?

Der König ward schon drauf gefasset, er blicket von dem Krimi auf.

Claudius: War ja logo, dass es Ramba-Zamba gibt. Aber lass' mich noch zu Ende lesen!

Laertes: Ist doch alles Hirni-Schrott. Solche Actions lande ich lieber selber, statt auf Zeilen-Voyer zu machen!

Da fällt den beiden Mannen ein, daß wegen Polonius' Tod Laertes tat herkommen und nicht für einen Bücherstreit.

Claudius: Keep cool, Hombre! Tut mir echt schrecklich sorry, aber du weißt doch, daß Hammy in den letzten Wochen diese tierischen Depressis hatte. Da ist er dann wohl auf einmal ausgeflippt und hat den Polonius rucki-zucki kalt gemacht. Wird wohl allmählich allgemeingefährlich, der Knabe.

Laertes: Du, das find' ich aber echt nicht gut. Wegen dieser abgefuckten Chose mußte ich extra von 'nem US-Kongress hier angejettet kommen.

Claudius: Ach du Scheisse!

Laertes: Was sagt denn die Kripo?

Claudius: Die hatten gerade Mittagspause.

Laertes: Und wo ist der Schizo? Dann mach' ich den eben selber einen Kopf kürzer.

Dazu wird bald Gelegenheit sich bieten. Denn ein Telegramm verkündet Hamlets nahe Wiederkehr. Kampf mit den Korsaren tat die Fahrt nach England stoppen, bei Maggy Thatcher ward er nie gesehen.

Hamlet: Da hab ich wohl 'ne echte Abenteuerreise gebucht! Survival in der Nordsee!

Den mörderischen Auftrag seines Brief's tat er entdecken, in dem der Claudius hatt' geschrieben, daß dessen Überbringer sollte sterben.

Hamlet: Völlig abartige Verwandtschaft. Da stammste ja wirklich besser aus 'nem Waisenhaus! Jetzt wird es aber Zeit, die beiden sauberen Amigos über'n Jordan gehen zu lassen.

So ändert er den Sinn des Briefes, so daß Rosenkranz und Güldenstern, die auf letzter Fahrt ihn sollten leiten, die Seele und den Leib verlor'n.

Hamlet: Ihr zwei geht mir nicht mehr länger auf den Geist. Das kann ich euch flüstern.

Indes Ophelia, Laertes Schwester, konnt' nicht verschmerzen doppelten Verlust. Hamlets Verschwinden und der Tod des Vaters treiben ihr Herz in eine tiefe Schwermut. Denn lange darf sie nun nicht mehr der Disco Freunden spüren.

Ophelia: Auf mich nimmt mal wieder keine Sau Rücksicht. Ich bin immer der Arsch, ist ja wohl mal wieder typisch!

Sie glaubt, es schier nicht zu ertragen. Verschmäht des Radios Freuden und des Fernsehns, läßt auch die Mon-Cherie nun stehn.

Ophelia: Alles Ersatz-Drogen. Kannste doch echt vergessen! Da geh ich lieber im Pool auf Tauchstation.

Und als vom Baum ins Wasser sie gestürzt, möchte' sie nicht schwimmen, wie man sie's hat gelehrt mit Schwimmring und auch -flügeln. Vielmehr läßt sinken sie sich auf den Grund des blauen Beckens.

Ophelia: Gluck! Wenigstens ist kein Chlor in der Brühe. Da krieg ich doch immer so rote Glotzis von. Aber die Wimperntusche dürfte komplett im Arsch sein. So'ne Tortour hält wohl selbst die waschfeste nicht durch. Hoffentlich verkaufen die keine Photos von mir als Leiche an die Zeitung! Gluck!

Fünfter Akt

An düst'rem Ort wir Hamlet nun erblicken, wo Totengräber graben Gruben und Menschenschädel bringen an des Tages Licht. Der Hamlet greifet einen, pocht prüfend an der Schale.

Hamlet: Das war wohl Kojak, was?!

Totengräber: Nee, irgend so'n Unterhaltungsfuzzy. Hatte wohl man 'ne feste Show im Schloßprogramm, bis denen die Nase nicht mehr paßte. "Didi" hatte der auf seinen Autogrammkarten stehen. Die sind hier unten übrigens lang nicht so schnell vergammelt wie das Original.

Hamlet: Ich flipp gleich weg! Dieser tierische Joker. Der hatte echt abgefahrene Nummern drauf. Riecht nur ein bißchen streng, der Junge.

Totengräber: Is ja logo! Der ist ja auch 'ne Weile weg von der Plakatwand. Joan Collins sieht nach 30 Jahren auch nicht mehr besser aus.

Horatio: Wieso, die sieht doch jetzt schon so aus, wenn du mal 'nen echten Röntgenblick auf die losläßt.

Hamlet: Ansonsten habt ihr hier aber das absolut postmoderne Krypta-Design! Saugemütlich! Habt ihr 'nen Bock, einen mitzuzocken. Ich geb 'ne Runde Johnny Walker aus'm Flachmann aus.

Da naht sich aus der Ferne ein Trauerzug zu bringen die, der gilt die frische Grub'.

Hamlet: Kommt, wir verpissen uns besser in die Büsche!

Ophelia ist's, die ach so früh Entleibte. Ins Grab wird sie gelegt ohn', Gottes Segen. Und ohne Wimperntusch', doch dafür in den Kleidern Benettons.

Laertes: Total Verschwendung. Die erste Runde Klamotten ging im Pool drauf, die zweite jetzt in der Kiste. Das kannste dir doch eigentlich nur mit Ausverkaufsfummeln leisten.

Laut tut man Disco-Musik spielen, wie es der Verblichen' letztes Wort gewollt. Um diesem zu entgehen, vielleicht auch nur, die Schwester zu umfangen ein letztes Mal, Laertes springt ins offen' Grab.

Laertes: Yippea!!

Doch aus dem Busch stürmt auch Prinz Hamlet in die enge Grube, wo man sich blaue Flecken holt.

Laertes: Ich glaub, mir rast der Blocker! Hammy, dieser Bonsai-Macho! Was willst denn du hier in der Dunkelkammer?

Hamlet: Ophi war meine Braut, kapierste, auch wenn ich sie nie aufs Sofa gekriegt hab'!

Laertes: Und wie lief's mit den kleinen Engländerinnen?

Hamlet: Das war vielleicht'n Total-Flopp, daß du langliegst. Aber die Story laber ich dir lieber ein andermal ins Jackett.

Laertes: Jetzt sind ein paar Takte Fighterein angesagt.

Hamlet: Das ist mir total schnuppe. Ich hab' meine Stunden für heute runtergerissen, ich mach' Feierabend, sonst gibts Ärger mit der Gewerkschaft!

Da stürzt Laertes auf den müden Hamlet, ihn schreckt kein' Arbeitszeitverordnung, und hängt schon an der Gurgel.

Hamlet: Nimm deine Wichsgriffel von meinem Schluckknorpel oder ich servier' dir Rühreier! Was machst du Perversling hier unten überhaupt? Ophi ist erstens deine Schwester und zweitens eine Leiche. Das ist ja echt ein Fall für die Sitte!

Laertes: Jetzt baller ich dir aber endgültig eine!

Hamlet: Quatsch, das schaffst du in dieser engen Kiste nie!

Laertes: Wetten das?!

Die trauernd' Gäst' derweil, sie stehen nur und staunen. Ein solches Schauspiel sah man selten nur an einem Grab. Doch für die trefflich' Inszenierung fehlt ihn' der Kunstverstand.

Trauergemeinde: Die spinnen, die Dänen! Dänen lügen nicht! Dänen aus der Grube! Käse aus Dänemark! Dänemark aus der EG!

Auch König Claudius als Gast hier ist geladen. Er wittert seine letzte große Chance.

Claudius: Keine Panic auf der Titanic, Jungs! Ich schlage vor, daß ihr jetzt erstmal 'ne saubere kleine Steche macht. Aber total cool und als Open-Air-Festival.

Arg Hinterlist der König führt im Schilde. 'S ist weiter nicht verwunderlich, plant er doch lange schon, den Neffen aus dem Weg zu räumen. Man fragt sich nur, warum der Prinz so dämlich ist, 's nicht schafft, den König wegzuputzen, eh es ihm selbst ans T-Shirt geht.

Hamlet: Ich krieg' halt echt nie den Arsch hoch und blick' die Szene jedesmal zu spät. Typischer Fall von tragischer Figur!

Claudius hat sich nun mit dem Laertes verständigt, daß dieser vor dem Kampf die Degenspitze mit tötlich' Gift soll präparieren. Auf daß der kleinste Kratzer an der Haut dem Hamlet muß das Leben kosten.

Claudius: Wird auch wirklich Zeit, daß ich diesen Klotz endlich mal vom Bein kriege. Man kommt ja zu rein gar nix mehr. So ein bißchen regieren wär' zwischendurch auch nicht verkehrt. Die Opposition läßt ja schon die dicken Sausen steigen.

Doch nicht genug. Versagt das feige Mittel, so steht ein Kelch bereit dem durst'gen Prinzen, daß er sich labe in den Pausen. 'S ist Fanta nicht und auch nicht Coke, 's ist Gift von reinster Sorte.

Claudius: Dieser Stoff wird ihn endgültig umnieten. Das überlebt garantiert keine Darmzotte!

Der Kampf hebt an, es blitzen die Rapiere und auch das Licht der Photografen. Manch Stoß wird ausgeteilt und brav pariert.

Gertrude: Gottchen, was sind die beiden Jungs speedy heute! Da kriegste ja schon vom zugucken Schwitzflecken. Jubel mir mal einer das Gesöff rüber. Ich hab' Durst wie 'ne alte Kuh und der Schampus ist wieder mal alle.

Claudius: Mach keine Zicken, Schätzchen. Wenn du den Drink kippst, siehste ganz schön alt aus.

Gertrude: Legal, illegal, scheissegal. Ich muß sowieso mal wieder liften lassen, Prost!

Claudius: Der helle Wahnsinn! Die schlabbert doch tatsächlich Hammys Spezial-Cocktail runter. Heute geht aber auch alles in die Hose!

Kurz darauf Laertes stößt mit ganzer Kraft und trifft den Prinzen in die Rippen. Im Eifer des Gefechts jedoch vertauschen drauf sie nun die Degen, und Hamlet sticht nun auch den Laertes mit dem Schwert, woran die Spitz' vergiftet ward.

Laertes: Autsch!

Derweil die Königin zu Boden sinkt, the Big Lifter tut sie zu sich nehmen.

Claudius: Gerti kann kein Blut sehen. Typisch Frau!

Gertrude: Quatsch mit Soße! Da war was im Kaffee Leute. Den Gesichtschirurgen könnt ihr abbestellen. Ciao!

Laertes: Ich hoff nur, daß der Hammy keinen Virus im Blut hat. Mir wird ganz anders.

Hamlet: Mir auch. So'n Mist!

Laertes: Scheiße, wir haben unsere Solinger-Rostfrei vertauscht.

Hamlet: Sonst biste doch nicht so pingelig. Gong zu nächsten Runde!

Laertes: Stop it, Hammy! Die Story ist eh gelaufen. Aids-positiv oder nicht. In fünf Minuten sind wir locker am Abkühlen. Ende.

Der König aber ist noch gänzlich unversehrt, was jeden ärgern tut, im Publikum und wohl auch auf der Bühne.

Hamlet: Keine Angst, Leute, Hammy schafft's jetzt ganz locker vom Hocker. Onkel Claudi ist schon so gut wie durchlöchert.

Und schon vom Tod gezeichnet stößt Hamlet seinen Degen wohl in den Leib des Königs tief, vorbei an Blinddarm und auch Leber.

Claudius: Ächz, Stöhn!

Hamlet: Meine Fresse, ist das 'ne blutige Chose. Dagegen ist ja ein Grosschlachthof 'ne Würstchenbude. Jetzt rutsch' ich auch vom Schlitten. Das war's Leute. Dazu fällt mir echt nix mehr ein.

DER REST IST WOHL SCHWEIGEN.

(Uta Claus und Rolf Kutschera)