Max und Moritz - Brutalo Version

Eine Bubengeschichte mit sieben Leichen

Max und Moritz quälten beide,
Als sie lebten, mit viel Freude:
Bildlich siehst du jetzt die Taten
Die in Wirklichkeit uns narrten,
Mit behaglichem Gelächter,
Weil du selbst warst deren Schlächter.
Aber das bedenke immer:
Wenn man quält, dann kommt Gewimmer.

Vorwort

Ach, was kann man oft geniessen,
Spinner, die ihr Blut vergiessen!
Wie zum Beispiel hier bei diesen,
Welche hier ihr Leben liessen;
Die, anstatt durch weise Lehren
Sich der Lamer zu erwehren,
Oftmals noch darüber lachten,
Wenn es ging ans Menschen-Schlachten.
Ja, zur sinnlosen Gewalt,
Ist man bereit, wenn's richtig knallt!
Menschen slayen, Tiere nuken,
und durchs Leichenhaus zu spuken,

Das ist freilich heftiger
Und dazu noch deftiger,
Als in Halle oder Kammer
Rumzufoltern mit dem Hammer.
Aber endlos, endlos geil
Wenn ich auf das Ende peil'!
Ach, das war ein tolles Ding,
Als einst Max und Moritz hing'!
Drum ist hier, wie sie verstorben,
aufgeschrieben - voll verdorben.

Erste Leich'

Mancher gibt sich viele Müh'
Mit dem zähen Federvieh;
Einesteils wegen dem Blute,
Das verspritzt wird von der Pute;
Zweitens: Weil man dann und wann
Ein Bein umhersurr'n sehen kann;
Drittens aber hat man gerne
Ein Gemetzel unter Sterne',
Unter Sonn' und immer wieder
Denn wir lieben Rest-Gefieder.
Seht, da liegt die Witwe Bolte,
Die keiner lebend sehen wollte.

Ihrer Hühner starben drei,
Auch ein toter Hahn dabei.
Max und Moritz dachten träge:
Wer hat mal 'ne Kettensäge?
Ganz gewaltvoll, eins, zwei, drei,
Schneiden Sie die Frau entzwei,
In vier Teile, jedes Stück
Wie ein kleines Blag so dick.
Diese aßen sie mit Stäben,
Psychopathen tun das eben,
Und verdauten Sie genau,
ohne Mitleid mit der Frau.

Kaum hat dies ihr Sohn gesehen,
wars um ihn auch schon geschehen,
Weil der Max 'ne Wumme nutzte,
die dem Sohn den Kopp wegputzte.

Dieser rauft sich an den Haar'n,
Und dann kommt der Tod heran.
Witwe Bolte in den Därmen
begann vom Paradies zu schwärmen;

Endlich schieden die sie aus,
die ihr machten den Garaus!

"Fliesset aus dem A####, ihr Reste!"
Das war schon das Allerbeste,
was die beiden jemals sagten,
als sie noch die Menschheit plagten.

Stark gesättigt, leergeschissen,
setzten sie sich auf zwei Kissen,
wartend auf den nächsten Teil,
denn der wird sicher auch noch geil.

Und mit stummen Mörderblick,
gingen sie nach Haus' zurück.
Dieses war die erste Leich',
Doch die zweite folgt sogleich.

Zweite Leich'

Als die gute Witwe Bolte
Sich von ihrem Tod erholte,
Dachte sie so hin und her,
Daß es wohl sehr lustig wär',
Max und Moritz, die Brutalen
Abzuslayen unter Qualen,
Mit dem Beile dort im Keller
Denn so kommt das Ende schneller.
Freilich ist der Reiz sehr groß,
Zu sehen Max' und Moritz' Los,
Doch Witwe Bolte, trotz Verlangen,
Konnte beide gar nicht fangen,
Denn der Max kam ihr zuvor,
Kippte Minen vor ihr Tor.

Und Frau Bolte macht sich auf,
Tritt auf eine Mine drauf.
Ganz schnell kommt die Explosion,
Frau Bolte tut's zerreissen schon.

Durch den Himmel mit Vergnügen
Sieht man die Frau Bolte fliegen,
Ohne Kopf und ohne Beine,
Diese sind vorm Tor alleine.

Eben geh'n mit viel Geträller
Max und Moritz in den Keller,
Denn dort sind viele, tolle Waffen
Womit sie noch mehr Leichen schaffen.
Und um das Neu-Gerät zu prüfen,
Die beiden zu der Stadt hinliefen.

Unterdessen in der Stadt
Essen sich die Bürger satt.
Max hat schon mit Vorbedacht
Seine Chaingun mitgebracht.

Schnupdiwup! Da wird gekichert,
Schon ist das Arsenal entsichert;
Schnupdiwup! Im Haus von Jochen
Hat der Max schnell eingebrochen;
Schnupdiwup! Schon wird entzückt
Auf den Abzug eingedrückt.

Und, da Max sich nicht vertut,
Fliesset eine Menge Blut.

Auch der Moritz ist hellwach
Steht dem Max in gar nichts nach.

Ho, es wird ein Blutbad geben
Mit Plasma Rifle kommt soeben
Moritz in ein Haus hinein
Voller dummer Lamerlein.

Doch die Lamer waren fort -
"Shit!" - Das war sein erstes Wort.

"Oh Ihr Lamer, ihr Banausen!
Bald werden die Granaten sausen!"

Mit dem Mörser groß und schwer
Geht es über Lamer her;
Laut ertönt ihr Wehgeschrei,
Doch dann kommt der Tod herbei.

Max und Moritz im Vergnügen
Sah man dann im Felde liegen.
Und vor den vielen Lamerleichen
Sah man Megaman verbleichen.

Dieses war die zweite Leich',
Doch die dritte folgt sogleich.

Dritte Leich'

Jedermann im Dorfe nannte
Einen, dessen Mordlust brannte,
Böck, weil das sein Name war,
Gegeben, als man ihn gebar.
Gürtel mit Patronentaschen,
Granaten und auch Reizgasflaschen,
Alle diese schönen Sachen
Wusste Schlächter Böck zu machen.
Oder wäre wer zu töten,
Zu slayen oder totzutreten,
Oder der Inhalt einer Hose
Lebend und noch gar nicht lose,
Wie brutal und mies es sei,
Slayen, nuken, einerlei,
Alles kann der Schlächter Böck,
Auch genannt der "Lamerschreck".
Drum hat er in der Gemeinde
Nie gehabt sehr große Feinde.
Aber Max und Moritz lachten,
Als sie planten, ihn zu schlachten.

Nämlich vor des Schlächters Wohnung
Gab es eine kleine Schonung.

Durch die Schonung führt ein Pfad,
Auf den der Schlächter täglich trat.

Max und Moritz, um's zu schaffen,
Kauften sich zwei Schnellschußwaffen.
Ritzeratze! Voller Tücke
Geladen sind die guten Stücke.

Max und Moritz voller Leben,
Nun plötzlich ein Geschrei erheben:

"He, heraus! Du Rammel-Böck!
Schlächter, Schlächter, meck, meck, meck!"
Alles konnte Böck ertragen,
Weil neben ihm die Waffen lagen;
Aber als er dies vernommen,
Wollte er zur Rache kommen.

Eine Waffe nimmt er schnelle,
Über seiner Wohnung Schwelle,
Doch jetzt kommt ein kleiner Gag,
Verfolgend nur den Tötungszweck.

Und schon ist er auf jenem Pfad,
Als es ihm sehr komisch ward;

Leise tönt es: "Max, kriech' weg!".
Schnell begreift der Böck den Zweck:

Als er in die Büsche sieht,
Bemerkt er, dass dort was geschieht.

Ein Waffenabzug wird gespannt,
"Jetzt", denkt Böck, "jetzt wird gerannt!"

Mit der Waffe in der Hand
Fetzt er durch das Pflanzenland.

Plötzlich bleibt sein Fuß wo stecken,
Ein Seil beginnt sich schnell zu strecken.

Am End' des Fadens hängt ein Zünder,
Böck's Gehäut wird wund und wünder.

Mit der Hitze kommt die schnelle,
Besonders miese Druckeswelle.

Des Böck's Gedärm, es wird zermatscht,
Der Inhalt auf den Boden klatscht.
Und schon jetzt liegt seine Hülle
Stinkend neben Hasengülle.

Bald im Dorf hinauf, hinunter,
Hieß es: "Max und Moritz morden munter!"
Dieses war die dritte Leich',
Doch die vierte folgt sogleich.

Vierte Leich'

Also ist es ein Genuß,
Wenn der Max mal slayen muss.
Nicht allein das "Au - Oh Weh!"
Bringt die Laune in die Höh';
Nicht allein durch Nuken, Killen
Übt sich ein vernünftig Willen;
Nicht allein in quälend' Sachen
Wird Moritz sich noch Mühe machen,
Sondern auch der Waffen Lehren
Muß man mit Gelächter hören.
Daß dies mit viel Spass geschah,
War der Gangster Lämpel da.

Max und Moritz, diese beiden,
Wollten sehen ihn beim Leiden,
Weil er viele Worte sagt,
Aber niemals Praxis macht.

Nun war dieser Waffenlehrer
Von dem Alk ein Großverehrer,
Was man ohne jedes "Nein!"
Nach des Tages Müh und Pein
Einem so brutalen Mann
Gar nicht mehr verbieten kann.

Max und Moritz, ohne Not,
Freuten sich auf seinen Tod,
Weil vermittelst seiner Flaschen
Dieser Auftrag gut zu schaffen.

Einstens, als am Montag Morgen,
Um noch Waffen zu besorgen,
Lämpel aus dem Hause trat
Und den Weg zum Dorfe tat,

Schlichen sich die beiden Buben
In die großen, dunklen Stuben,
Wo eine volle Flasche stand,
Gefüllt mit gutem Weinesbrandt.

Aber Moritz aus der Tasche
Zieht die Nitroglyzi-Flasche,
Und ganz langsam, tropf, tropf, tropf!
Kommt was aus dem Flaschenkopf.
Jetzt noch still und schnell hinaus,
Denn der Lämpel kommt nach Haus.

Aus dem Dorf kommt er gelaufen,
Will sehr schnell sich einen saufen;

Und die neuerkauften Waffen
In die gute Stube schaffen.

In sein Haus geht er hinein
Zu der Flasche mit dem Wein,

Und von Sucht erfüllt sodann
Setzt er diese Flasche an.

"Ach!" - lallt er - "Die größte Freud
Ist doch die Besoffenheit!!"

Rums!! - Da geht das Nitro los
Mit 'nem Druck, echt riesig groß.
Lämpels Kopf, das Flaschenglas,
Lämpels Rumpf, ein Weinesfaß,
Arme, Beine, mit viel Schnelle
Alles nimmt die Druckeswelle.

Als das Feuer sich nun legte,
Sah man Lämpel, der nicht lebte,
In Teilen auf dem Boden liegen;
Ja, so enden Sprengintrigen.

Nase, Hand, Gesicht und Ohren
Liegen querverstreut am Boden
Und des Haares großer Schopf
Liegt sehr weit entfernt vom Kopf.

Wer soll nun das Nuken lehren
Und die Schußwaffen vermehren?
Wer soll nun für Lämpel leiten
Seine Ungepflogenheiten?
Was soll man mit Lämpel tun,
soll er denn am Boden ruh'n?

Mit der Zeit wird alles heil,
Außer Lämpels Lebensteil.

Dieses war die vierte Leich',
Doch die fünfte folgt sogleich.

Fünfte Leich'

Wer in Dorfe oder Stadt
Einen Onkel wohnen hat,
Der sei beim Slayen nicht bescheiden,
Denn sowas kann kein Onkel leiden.
Morgens nimmt man sich die Waffe
Damit man seine Feinde schaffe.
Bringt ihm, was er haben darf:
Pumpgun, Wumme, Mörser scharf.
Oder sollt' es wo im Leben
Einen Feind des Onkels geben,
Gleich steht man mit Freudigkeit
Für die Beseitigung bereit.
Oder sei's nach frischen Blute,
Daß der Onkel Mord vermute,
Ruft man: "Onkel, Du hast Recht!",
Denn ansonten geht's ihm schlecht.

Oder kommt er spät nach Haus,
Reiert sich die Leber raus,
Holt man Eimer oder Tüte,
Denn Alk erfordert große Güte.
Kurz, man ist darauf bedacht,
Daß der Onkel weiterlacht.

Max und Moritz ihrerseits
Kannten einen and'ren Reiz:
Denkt euch nur, welch große Freud'
Sie fanden an des Onkels Leid!

Jeder weiß, was eine Pist-
Ole für 'ne Waffe ist.
Auf den Straßen, da und hier,
Nutzt man sie in Blutesgier.

Max und Moritz, voller Trieb,
Erstanden sie bei einem Dieb.
Mit dem Ziel Termination
Kauften sie auch Munition.

Max und Moritz, immer schlimmer,
Versteckten sich im Küchenzimmer.

Der Onkel kommt in seine Küche,
Mißachtet nur die Fremdgerüche;

Und da schlägt die Falle zu,
Max drückt ab in Seelenruh'.

Doch der Onkel, jetzt verblutend,
Ein großes Attentat vermutend,

Kriecht noch aus der Küche eben,
Doch der Tod nimmt ihm das Leben.

"Jau!" - schreit Max - "Das ist's gewesen!
Bald wird Onkel Fritz verwesen!"

Max und Moritz, voller Freude,
Verlassen nun auch das Gebäude.

Doch im Haus, schon bald darauf,
Stieg der Geruch der Toten auf.

Max und Moritz gingen weiter,
Sprachen von dem Töten heiter.

Onkel Fritz geht's nicht mehr gut
Es fehlt ihm halt an Lebensmut.

Dieses war die fünfte Leich',
Doch die sechste folgt sogleich.

Sechste Leich'

In der schönen Weihnachtszeit,
Wenn die frommen Bäckersleut'
Viele eklig süße Sachen
Für die dummen Blagen machen,
Wünschten Max und Moritz sich,
Daß der Bäcker bald verblich.

Doch der Bäcker, mit Bedenken,
Ließ sich eine Uzi schenken.

Also will hier einer killen,
Tut er's gegen Bäcker's Willen.

Ratsch! Entsichern die zwei Knaben
Diese Waffen, die sie haben:

Max hielt es für angebracht,
Hat sein MG gar mitgebracht.

Moritz hält 'ne Panzerfaust,
Als er ins Geschehen saust.

Aber schon mit viel Vergnügen
Sehen sie den Bäcker liegen.

Krrrch!! - Da hält er Mittagsschlaf,
Schnarcht, weil er das dort auch darf.

Ganz von einem Traum umhüllt
Sein Geist sich schnell mit Ruhe füllt.

Gleich erwacht der Meister Bäcker
Und bemerkt die beiden Necker.

Eins, zwei, drei! - Eh' man's gedacht,
Sind die Waffen scharf gemacht.

In der P-Faust glüht es noch,
In der Wand entsteht ein Loch.

Ruff! - Man sieht es durch die Glut:
Meister Bäcker brennt ganz gut.

Moritz denkt, der ist hinüber!
Aber nein! - Da kommt er 'rüber!

Ratter, Ratt! - mit dem MG
Tut Max dem Bäcker ziemlich weh;
Und der Meister Bäcker schrie:
"Ach Herrje! Die sterben nie!"

Dieses war die sechste Leich',
Doch die letzte folgt sogleich.

Letzte Leich'

Max und Moritz, wehe euch!
Denn ihr seid die letzte Leich'!

Wozu müssen auch die beiden
Löcher in Passanten schneiden??

Seht, da kommt der Bauer Müte,
Mit 'ner vollen Plastiktüte.

Aber kaum, daß er von hinnen,
Sind auch Löcher in ihr drinnen.

Und verwundert steht und spricht er:
"Zapperment! Wo sind die Lichter?"

Hei! Da sieht er voller Haß
Max und Moritz auf der Straß'!

Rabs!! - Mit seiner großen Wumme
Macht er Maxen's Schädel krumme.

Auch der Moritz braucht nicht warten,
Müte will sich mit ihm schwarten!

"Töt er die, so schnell er kann!"
Feuern ihn Passanten an.

"Her damit!" Und vor den Richter
Schüttet er die Bösewichter.

Rickeracke! Rickeracke!
Das nennt man Genickgeknacke.

Hier kann man sie noch erblicken,
Das Genick in tausend Stücken.

Doch sogleich zertrampelt sie
Meister Müte's Ochsenvieh.

Schluss

Als man dies im Dorf erfuhr,
War von Mitleid keine Spur.
Bolte's Leiche, alt und weich,
Lag in einem Gartenteich.
Es verlor der Meister Böck
Bei der Sprengung sehr viel Speck.
Ebenso hat Gangster Lämpel
Verpaßt bekomm' den Todesstempel.
Doch der Bäcker, überlebend,

Erklärte, mit dem Fuße bebend,
Daß Onkel Fritz zwar sterben mußte,
Man dies jedoch schon vorher wußte.
Doch der brave Bauersmann
Dachte: Hey, war das ein Fun!
Kurz, im ganzen Ort herum
Ging ein deutliches Gebrumm:
"Gott sei Dank! Nun ist's vorbei
Mit der Blutvergießerei!"

ENDE